„Autopen? Autocrat!“ – Wie Trump den Füller zum Staatsfeind erklärt und die Demokratie mit Tipp-Ex regiert
Veröffentlicht von Peter Martin in Weltgeschehen · Samstag 29 Nov 2025 · 3:15
Tags: Autopen, Autokrat, Trump, Füller, Staatsfeind, Demokratie, Tipp, Ex, Gesetze, handschriftlich, Ungültigkeit, Macht, Liebesbriefe, Internat
Tags: Autopen, Autokrat, Trump, Füller, Staatsfeind, Demokratie, Tipp, Ex, Gesetze, handschriftlich, Ungültigkeit, Macht, Liebesbriefe, Internat
Wenn die größte Macht der Welt sich plötzlich daran erinnert, dass Gesetze geschrieben werden müssen wie Liebesbriefe im Internat – handschriftlich, sonst ungültig
Natürlich! Endlich schafft mal wieder jemand Ordnung im juristischen Chaos – und wer könnte dafür besser geeignet sein als Donald J. Trump, der Mann, der die US-Verfassung ungefähr so gut kennt wie ein durchschnittlicher Dschungelcamp-Teilnehmer die Speisekarte im Zwei-Sterne-Restaurant?
Trump hat also alle Erlasse, die Joe Biden mit dem Autopen unterzeichnet hat, für ungültig erklärt.
Autopen – dieses Teufelsgerät! Die Hydra unter den Schreibmaschinen! Offenbar der geheime Deep-State-Plot, mit dem Biden Amerika regieren wollte, während er vermutlich gerade versuchte herauszufinden, ob er die Fernbedienung oder doch die Lesebrille in der Hand hält.
Autopen – dieses Teufelsgerät! Die Hydra unter den Schreibmaschinen! Offenbar der geheime Deep-State-Plot, mit dem Biden Amerika regieren wollte, während er vermutlich gerade versuchte herauszufinden, ob er die Fernbedienung oder doch die Lesebrille in der Hand hält.
Und jetzt kommt Trump und ruft der Welt zu:
„Nicht mit mir! Ein Präsident regiert gefälligst mit eigener Hand! Und zwar mit der Hand, die sonst nur dazu dient, den Stift beim Unterschreiben von Pornstars-Schweigegeld-Schecks festzuhalten.“
„Nicht mit mir! Ein Präsident regiert gefälligst mit eigener Hand! Und zwar mit der Hand, die sonst nur dazu dient, den Stift beim Unterschreiben von Pornstars-Schweigegeld-Schecks festzuhalten.“
Man muss es ihm lassen, Trump ist konsequent.
Immerhin hat er schon vor Jahren bewiesen, wie wichtig ihm korrekte Unterschriften sind:
auf Schecks, NDAs, Gerichtsdokumenten, Wahlfälschungsanfragen, Briefen an Brad Raffensperger („find the votes“) – alles fein säuberlich handsigniert.
Immerhin hat er schon vor Jahren bewiesen, wie wichtig ihm korrekte Unterschriften sind:
auf Schecks, NDAs, Gerichtsdokumenten, Wahlfälschungsanfragen, Briefen an Brad Raffensperger („find the votes“) – alles fein säuberlich handsigniert.
So ein Mann weiß natürlich sofort, wenn jemand ein Autopen benutzt.
Das ist in seiner Welt ungefähr so verfassungsfeindlich wie vegane Hotdogs.
Dass der Autopen in den USA seit Jahrzehnten von allen Präsidenten genutzt wird, weil man sonst im Weißen Haus täglich Autorenhände amputieren müsste?
Details, unwichtig!
Fakten sind etwas für schwache Menschen und Jurastudenten – nicht für Donald Trump, den selbsternannten „Handschrift-Hüter der Republik“.
Amerika ist gerettet – der Stift hat wieder Würde
Dank Trump wissen wir nun, dass Demokratie nicht über Gewaltenteilung, Rechtsstaatlichkeit oder erfolgreiche Wahlen definiert wird –
sondern über die Echtheit einer Unterschrift!
sondern über die Echtheit einer Unterschrift!
Ein Land kann brennen, der Supreme Court kann wackeln, die Infrastruktur kann zusammenfallen, aber wehe, WEHE, ein Präsident unterzeichnet etwas mit einer Maschine, die extra dafür gemacht wurde.
Dann ist sofort der Regimewechsel fällig.
Dass Trump selbst vermutlich nicht einmal weiß, wie viele Dekrete er je unterschrieben hat – geschweige denn gelesen – spielt keine Rolle.
Er hat immer selbst unterschrieben.
Mit echter, ehrlicher Trump-Tinte.
Zur Hälfte aus Edding, zur Hälfte aus Ego.
Mit echter, ehrlicher Trump-Tinte.
Zur Hälfte aus Edding, zur Hälfte aus Ego.
Die wahre Pointe liegt im Offensichtlichen
Trump hat nicht alle Biden-Erlasse annulliert, weil der Autopen gegen die Verfassung verstößt.
Er hat sie annulliert, weil Biden sie unterschrieben hat.
Er hat sie annulliert, weil Biden sie unterschrieben hat.
Der Rest ist nur Deko, ein bisschen juristischer Glitter, um die Rache auf Institutionenniveau zu heben.
Das Ganze ist wie ein Kind, das in der Schule ruft:
„Gilt nicht! Du hast deinen Aufsatz mit Füller geschrieben! Wir hatten Bleistift vereinbart!“
„Gilt nicht! Du hast deinen Aufsatz mit Füller geschrieben! Wir hatten Bleistift vereinbart!“
Nur dass dieses Kind Atomcodes hat.
Die Wertegemeinschaft? Die applaudiert leise.
Natürlich findet der Westen das Ganze inzwischen normal.
Einerseits wird moralisch über Autokraten geschimpft, andererseits lässt man es völlig durchgehen, wenn ein Präsident Dekrete rückwirkend entwertet, als wäre das juristische Recycling.
Trump spielt Präsident wie andere Leute Monopoly spielen.
Regeln gelten, solange sie ihm passen – und wenn nicht, werden sie eben lautstark zerrissen.
Aber hey – Hauptsache handschriftlich.
Wenn das die Zukunft ist, können wir uns darauf einstellen, dass die nächsten vier Jahre im Weißen Haus so aussehen:
-
Gesetze nur gültig, wenn Trump sich nicht verschreibt.
-
Staatsakten, die mit Herzchen signiert werden, gelten als „freiwillig“.
-
Und die Außenpolitik wird künftig mit Kugelschreiber geführt – und zwar dem, der ihm am meisten schmeichelt.
Amerika, Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Vor allem, wenn es darum geht, Demokratie in Bürokratie zu ersäufen.
Vor allem, wenn es darum geht, Demokratie in Bürokratie zu ersäufen.
Aber kein Sorge – der Autopen ist jetzt aus dem Verkehr gezogen.
Der Wahnsinn leider nicht.
