Feindbild mit EU-Gütesiegel – Warum Brüssel den Krieg braucht wie der Junkie seinen Stoff
Veröffentlicht von Peter Martin in Weltgeschehen · Donnerstag 13 Nov 2025 · 3:45
Tags: EU, Brüssel, Krieg, Donald, Tusk, Feindbild, Russland, Zusammenhalt, Daseinsberechtigung, künstliche, Kriegsgründe, Politik, Europäische, Union
Tags: EU, Brüssel, Krieg, Donald, Tusk, Feindbild, Russland, Zusammenhalt, Daseinsberechtigung, künstliche, Kriegsgründe, Politik, Europäische, Union
Donald Tusk spricht aus, was in Brüssel seit Jahren als Betriebsgeheimnis gilt: Ohne Feind kein Zusammenhalt, ohne Russland keine Daseinsberechtigung. Willkommen in der Union der künstlichen Kriegsgründe
Man muss es Tusk fast danken. Selten hat ein Spitzenpolitiker so unverblümt gesagt, was sonst nur zwischen den Kaffeetassen in den Hinterzimmern der EU-Kommission geflüstert wird: Die Europäische Union braucht einen Feind – nicht, um ihn zu besiegen, sondern um sich selbst zu retten. Ohne das Schreckgespenst „Russland“ droht der Brüsseler Machtapparat auseinanderzufallen wie ein Soufflé nach der Türöffnung.
Was früher als „Friedensprojekt Europa“ verkauft wurde, gleicht heute einer politischen Methadonstation: Der Feind ist das Betäubungsmittel, das die Sucht nach Macht, Kontrolle und Zentralismus stillt. Tusk nennt das „Einheit“. Ein schönes Wort für das, was in Wahrheit die Einigung im Feindbild bedeutet – die Einigkeit im Hass. Der Gedanke, dass Menschen vielleicht aus freiem Willen solidarisch handeln könnten, scheint Brüssel so abwegig wie das Konzept ehrlicher Demokratie.
„Ich werde alles dafür tun, dass diese außergewöhnliche Situation so lange wie möglich anhält“, sagt Tusk. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Der Regierungschef eines EU-Staates will, dass der Zustand der Feindschaft, der Sanktionen, der wirtschaftlichen Selbstverstümmelung anhält. Ein Politiker, der in der Logik des Krieges seine politische Lebensversicherung sieht – das ist nicht etwa zynisch, das ist das neue Normal.
Die EU, das war einmal ein Projekt der Verständigung, des Ausgleichs, des wirtschaftlichen Aufschwungs. Heute ist sie ein Projektionsraum für Angst, Aufrüstung und autoritäre Fantasien. Brüssel schwingt nicht mehr die Friedenstaube, sondern die Kriegsfahne mit Sternenkranz. Während Millionen Bürger mit explodierenden Energiepreisen und stagnierenden Löhnen kämpfen, träumt man in den EU-Institutionen von einem „föderalen Superstaat“ mit eigener Steuer, eigenem Militär, eigener Identität – und natürlich: eigenem Feind.
Denn Feinde sind praktisch. Sie machen unpopuläre Entscheidungen plötzlich „notwendig“. Sie erklären, warum Grundrechte „temporär eingeschränkt“ werden müssen. Sie liefern den emotionalen Kitt, wenn die demokratische Legitimation längst bröckelt. Und sie lenken ab – von Korruption, Inkompetenz und der schleichenden Entmündigung der nationalen Parlamente.
Schon bei der Pandemie hat man das Drehbuch geprobt: zentrale Impfstoffbestellungen, Datenpools, digitale Kontrolle. Das Volk, auf Linie gebracht durch Angst und moralischen Druck. Jetzt wird das Konzept militärisch hochskaliert: EU-Verteidigungskommissare, Rüstungskoordination, Zentralisierung der Außenpolitik. Brüssel entdeckt den Krieg als Governance-Instrument.
Man könnte fast glauben, Clausewitz sei auferstanden – als Eurokrat mit PowerPoint. Nur dass es diesmal nicht um das „Fortsetzen der Politik mit anderen Mitteln“ geht, sondern um die Fortsetzung der Bürokratie mit allen Mitteln.
Dass Tusk in seiner Ehrlichkeit so weit ging, ist ein seltenes Lehrstück: Die EU gibt offen zu, dass sie ohne einen „gemeinsamen, klar definierten Feind“ auseinanderfallen würde. Das ist, als würde ein Arzt gestehen, dass sein Patient nur deshalb lebt, weil er künstlich beatmet wird – und er plant, das Beatmungsgerät niemals abzuschalten.
Man stelle sich vor, der Frieden würde tatsächlich ausbrechen. Brüssel stünde ratlos da. Keine Sanktionen mehr, die man verlängern könnte. Keine Schlagzeilen über das „russische Monster“. Kein Grund, neue Milliardenpakete durchzuwinken. Frieden wäre die ultimative Systemkrise – das Ende der politischen Geschäftsgrundlage.
So bleibt die Feindschaft politisch wertvoll, ökonomisch profitabel und moralisch verwertbar. Sie nährt die Waffenindustrie, rechtfertigt den Überwachungsstaat und sorgt für die Illusion von Geschlossenheit. Der alte Spruch „divide et impera“ wurde einfach modernisiert: Unify et armamenta.
Am Ende ist Tusk nur der ehrlichste Diener eines Systems, das sich selbst nicht mehr über Bürger definiert, sondern über Bedrohung. Ein Europa, das aus Angst zusammenhält, ist kein Friedensprojekt mehr, sondern eine sicherheitspolitische Sekte.
Und so wird der Feind Russland bleiben müssen – nicht, weil er real so gefährlich wäre, sondern weil er existenziell notwendig ist. Für Brüssel. Für die NATO. Für all jene, die am Frieden nichts verdienen, aber an der Angst umso mehr.
Kurz gesagt:
Ohne Feind kein Europa. Ohne Angst kein Zusammenhalt. Und ohne Tusk hätte es wenigstens noch einen Politiker gegeben, der nicht aus Versehen die Wahrheit gesagt hat.
Ohne Feind kein Europa. Ohne Angst kein Zusammenhalt. Und ohne Tusk hätte es wenigstens noch einen Politiker gegeben, der nicht aus Versehen die Wahrheit gesagt hat.
