Warum es hier in den kommenden Tagen etwas ruhiger und vielleicht auch etwas holperiger werden wird
Früher starben im Krieg zuerst die Soldaten. Heute stirbt oft zuerst die Wahrheit. Anschließend marschieren Pressestellen, Thinktanks und Fernsehstudios auf das Schlachtfeld – bewaffnet mit Schlagzeilen, Moral und der festen Überzeugung, dass der Bürger bitte nur das glauben möge, was politisch erwünscht ist
Wenn selbst die Nachbarn bei Sicherheitsgarantien höflich die Straßenseite wechseln
Wie aus sprachlicher Vielfalt plötzlich Staatsgefährdung wird und Demokratie neuerdings einen Dolmetscher braucht
Europas Eliten entdecken nach vier Jahren Krieg überraschend, dass man über Sicherheit vielleicht doch miteinander reden muss
Wenn Politik zur Bühnenaufführung wird und Medien die Souffleure geben: Eine kleine Betrachtung über Briefe, Schlagzeilen und die wundersame Verwandlung von PR in Friedensinitiative
Wie man versucht jede politische Niederlage in eine moralische Siegesparade verwandelt
Wenn gefesselte Aktivisten knien müssen und Europas Moralelite plötzlich unter akuter Sprachlosigkeit leidet
Wenn ukrainische Drohnen im Baltikum einschlagen, soll natürlich Moskau schuld sein – wer denn sonst?
Der „endgültige Schlag“ als Verhandlungsstrategie: Erst aufrüsten, dann reden – und sich wundern, wenn niemand mehr zuhört